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Seminarfahrt der Klasse 9a nach Einbeck |
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Geschrieben von Kristina Hansemann
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Montag, 14. Juni 2010 |
Vom 7. – 11. Juni nahm die Klasse 9a an einem Seminar zur Berufsorientierung in Einbeck teil. Das Haus des Jugendrotkreuzes liegt völlig einsam mitten im Wald und ist von einem wunderschönen Freigelände mit Spielgeräten, Krökeltischen und Tischtennisplatten umgeben. Vor- und nachmittags fand das Seminar statt, das von den freundlichen Verdi-Teamern Anne, Anna und Marijan sehr interessant gestaltet wurde.
Nach den Kennenlernspielen und dem Abschluss eines Seminar-Vertrags stellten die Schülerinnen und Schüler am Fluss des Lebens dar, wie sie sich ihre weitere Lebensplanung vorstellten. Sie fertigten einen Baum der Stärken mit ihren Stärken und Fähigkeiten an. Beim Marktplatz der Berufe wurden ihnen Berufe und Berufsbilder vorgestellt. Aber auch Alternativen zur Ausbildung wie das FSJ, Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts oder der Zivil- und Wehrdienst wurden angesprochen. Beim Thema „Was kostet das Leben?“ wurde einer detaillierten Auflistung aller Ausgaben die Versorgung durch Hartz IV gegenübergestellt. Die Kinder verglichen ihr Selbst- mit dem Fremdbild in den Augen ihrer Klassenkameraden. Sie stellten Informationen über das Berufsbild des von ihnen angestrebten Berufes zusammen. Stellenanzeigen wurden analysiert und dazu passende Bewerbungsanschreiben angefertigt. Auch ihre Teamfähigkeit erprobten die Kinder in einem Assessment-Center, bei dem sie sich innerhalb von 10 Minuten in einer Gruppe darauf einigen mussten, welche zehn von einer Anzahl von vorgegeben Dingen sie im Falle eines Flugzeugabsturzes auf eine einsame Insel mitnehmen wollten. Diesmal kam allerdings noch keine Einigung zustande.
Am Donnerstag hatte jede Schülerin und jeder Schüler ein zwanzigminütiges Vorstellungsgespräch für den angestrebten Beruf bei einem Teamer oder einer Teamerin. Anschließend gab es ein Feedback über das Gespräch. Dabei wurden realistische Situationen simuliert, z. B. mimte Marijan einen ungeduldigen Chef, der das Gespräch unfreundlich und abgelenkt führte. Die Kinder mussten auch auf Tabu- Fragen wie z. B. nach einer möglichen Schwangerschaft oder einem eventuell geplanten Studium nach der Ausbildung geschickt reagieren. In der abendlichen Gesprächsrunde beschrieben die Schülerinnen und Schüler, dass sie vor dem Gespräch sehr aufgeregt gewesen seien und danach das Gefühl eines Erfolgserlebnisses gehabt hätten. Beim Vorstellungsgespräch beeindruckten die Kinder mit eleganter Kleidung, die sie extra dafür mitgenommen hatten.
Diesen mit anstrengender Arbeit gefüllten Tagen schloss sich an den ersten beiden Abenden noch ein „Spaziergang“ nach Einbeck an, dem am Dienstag noch eine zweistündige Stadtführung folgte. Danach waren alle Zuhörerinnen und Zuhörer heilfroh, dass sie heutzutage und nicht im Mittelalter lebten. Neben den vielen geschilderten Foltermethoden und Strafen und der merkwürdigen Vorstellung, dass man sich zu damaliger Zeit höchstens einmal im Monat wusch und die Kleidung wechselte, ist es doch angenehm, dass im 21. Jahrhundert ein Bäcker nicht die Tochter eines Bäckers und ein „Unehrlicher“ nicht die Tochter eines anderen Unehrlichen heiraten muss. Frau Bartels erklärte auch die Herkunft der Begriffe „Schlitzohr“ und „Schnitzer“ und verriet, warum die Badstraße beim Monopoly so billig ist.
Am freien Mittwochnachmittag hatten die Kinder die Wanderung nach Einbeck so satt, dass fast alle beim Haus blieben. So konnten sie ihre Kräfte besser für die Gestaltung der Nacht und für das Bestaunen der „Topmodels“ aufsparen.
Insgesamt zogen die Schülerinnen und Schüler von der Woche eine sehr positive Bilanz und hoben hervor, dass sie bei ihrer Berufsauswahl ein Stück weiter gekommen seien.
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 29. September 2010 )
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